Früher wurde ein Kaminofen sehr oft als Dekorationsgegenstand angeschafft und gelegentlich genutzt. Heutzutage ist ein Kaminofen in Zeiten steigender Energiepreise eine kostengünstige Zusatz-und Zweitheizung.

Das bedeutet, dass neben dem Design vor allem auch die Gebrauchsqualität sehr stark in den Vordergrund gerückt ist.

Folgende Qualitätsmerkmale sollten sie kennen, wenn der Wunsch nach einem Kaminofen besteht.

10 gute Gründe worauf es beim Ofenkauf ankommt.

1. Markengeräte:

Markengeräte sichern eine langjährige Nutzung und es existiert ein ausgebautes Servicenetz und eine garantierte Ersatzteilversorgung für mindestens 10 Jahre. Sie erhalten beim Kauf eine detaillierte Bedienungsanleitung und und haben Anspruch auf eine kompetente Fachberatung.

2. Der Ofenkorpus

Billige Geräte bestehen aus möglichst dünn wandigem Stahl, um Materialkosten zu sparen. Daraus resultiert, dass sich die Geräte bei längerem Gebrauch verziehen , brüchig werden, die Schweißnähte aufreißen und die Türen nicht mehr dicht schließen. Der Stahl bei hochwertige Geräten ist wesentlich dicker, beständiger und verfügt über eine bessere Legierung, sprich sie haben sehr lange Freude an der Funktionalität des Gerätes.

3. Die Lackierung

Gute Geräte haben eine ebenmäßige Oberfläche. Die Schweißnähte sind glatt geschliffen und nach dem Sandstrahlen sauber gereinigt, ohne dass es zu Sandansammlungen in den Ecken kommt, die unsauber über lackiert sind.

4. Die Auskleidung des Brennraumes

Die Auskleidung im Gerät ist verantwortlich dafür, dass eine hohe Brennraumtemperatur erzeugt werden kann, somit auch die Stickstoffemission reduziert wird und die Umwelt geschont wird. Es gibt die bekannte Schamotte oder immer häufiger Vermiculite. Das ist ein Material , welches über einen sehr hohen Isolationswert verfügt, stoßfest und sehr temperaturbeständig ist. Die Vermiculite kann leicht zugeschnitten und ausgetauscht werden. Zusätzlich ist sie auch im Vergleich zur Schamotte erschwinglicher. Es gibt diesen Werkstoff in verschiedenen Dichten und Stärken, je nach Gebrauch. Es gibt auch Formsteine als Innenraumauskleidung, diese erhält man beim Hersteller passend zum Gerät nachgeliefert.

5. Die externe Verbrennungsluftzuführung

Niedrigenergiehäuser sowie  Wohnküchen mit Be-und Entlüftungsanlagen müssen mit raumluftunabängigen Kaminöfen bestückt werden. Aus diesem Grund sollten sie als Käufer darauf achten dass der Kaminofen mit einer externen Verbrennungsluftzuführung ausgestattet ist, die optional jederzeit angeschlossen werden kann. Die Verbrennungsluft wird hierbei nicht der Raumluft entnommen. Die Verbrennungsluft kann aus dem Keller, durch die Außenwand oder durch den Schornstein kommend direkt in die Brennkammer geführt werden.

6. Die Kaminofentür

Bei guten Geräten sind die Scharniere verdeckt. Der Aschenkasten liegt hinter der Türe, somit werden von vornherein Undichtigkeiten vermieden. Die Tür und Scheibendichtungen sollten an den Enden nicht ausgefranst sein und im geschlossenen Zustand nicht zu sehen sein. Gute Kaminöfen sind heute in der Regel alle mit einer sogenannten Scheibenspülung ausgestattet. Dabei wird über ein spezielles Breitband-Leitsystem die vorgewärmte Luft an der Scheibe entlangeführt . Diese Technik verzögert die Verschmutzung der Scheibe erheblich, so denn trockenes Holz verbrannt wird. Stark im Trend sind große gebogene Keramikglasscheiben, die entweder gebogen oder prismatisch geknickt sind. Diese Scheiben sind jedoch teuer und machen sich als extra im Kaufpreis bemerkbar. Vorteil ist bei diesen Scheiben der uneingeschränkte Blick auf das Feuer. Eine Mehrpunktverriegelung der Tür sorgt für dichtes Verschließen.

7. Die Verkleidung

Die Gestaltung ist immer Geschmackssache Bei der Wahl des Materials gibt es jedoch einiges zu beachten.  Marmor eignet sich nicht als Verkleidung für Kaminöfen, da er nicht ausreichend hitzebeständig ist und reißen kann. Granit ist von sehr hoher Festigkeit und bietet zudem eine große Vielfalt an Farben und Strukturen. Sehr beliebt ist auch die Specksteinverkleidung, da dieses Material die Eigenschaft besitzt die Wärme zu speichern. Die Speicherkapazität des Speckstein hängt aber maßgeblich von der Masse ab. Wenn der Speckstein nur dünn wandig als Seitenverkleidung eingesetzt wird und zwischen Brennraum und Verkleidung noch Luft ist ist die Speicherfähigkeit sehr gering. Naturstein ist im Vergleich zum Speckstein günstiger, da Naturstein aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit leichter zu bearbeiten ist und somit weniger Ausschuss produziert wird. Beschaffung und Bearbeitung von Naturstein ist aufgrund dieser Eigenschaft günstiger. Nachteil: Naturstein speichert die Wärme nicht so gut, wie Speckstein. Die Bearbeitung von Steinverkleidungen sind sehr aufwendig. Bei rund geschliffenen Teilen gibt es mehrere Bearbeitungsschritte, bei geraden Teilen sind nur sehr wenige einfache Konturenschnitte nötig. All diese Hintergründe spielen beim Endpreis des Ofens eine bedeutende Rolle.

9. Der Wirkungsgrad des Kaminofens

Um eine ausgeglichenes Verhältnis zwischen Strahlungswärme und Konvektionswärme zu erreichen ist die Gestaltung des Feuerraumes verantwortlich. Entscheidend für den Wirkungsgrad, der ja so hoch wie möglich sein soll ist die intelligente Luftführung , die während des Abbrandes zum Einsatz kommen. Wichtig ist, dass dabei nicht zuviel Sauerstoff zugeführt wird. Dabei kommt die Primärluft ( Luft von unten) und die Sekundärluft (Luftzufuhr von hinten oder über Scheibenspülung ) getrennt geregelt zum Einsatz. Bei sehr guten Geräten gibt es noch eine Tertiärluft, bei der im oberen Bereich des Brennraumes eine Nachverbrennung stattfindet, die den Schadstoffaustoss nachhaltig reduziert.

10. Gütezeichen  CE -Zeichen

Alle Geräte mit gültigem CE-Zeichen sagen aus , dass diese Geräte nach der DIN-EN 13240 Bauart 1 mit selbstschließender Feuerraumtür für Mehrfachbelegung des Schornsteines typen geprüft sind und gleichzeitig alle Sicherheitsstandards erfüllen. Das CE-Kennzeichen sagt jedoch nichts über den Schadstoffausstoß und Wirkungsgrad des Gerätes aus.

Dafür gibt es die BImSchV Stufe 1 und 2. Sehr gute Geräte sind bereits so konstruiert, dass sie die strengen Richtwerte der BImSchV unterschreiten. Fragen Sie beim Kauf Ihres Kaminofens nach diesen Werten bei Ihrem Fachhändler nach. Weitere Informationen zur BImSchV finden Sie hier.

Ein wichtiges Argument und Auswahlkriterium bei der Wahl des richtigen Gerätes.

Unser Fazit

Es lohnt sich nicht nur den Preis, sondern auch die Eigenschaften des Gerätes zu vergleichen. Der Fachhandel bietet Ihnen als Kunde nicht nur eine kompetente Beratung und Hilfestellung, sondern auch die fachgerechte Montage und den Transport Ihres neuen Kaminofens, meist als Komplettangebot an. Der Fachhändler steht Ihnen bei der ersten Bedienung zur Seite und ist im Falle einer Reklamation für Sie persönlich ansprechbar. Er kann dann unbürokratisch und schnell weiter helfen.

Also bitte erst vergleichen und dann entscheiden. Es lohnt sich.